Cyberstalking
... ist die verschärfte Form des Stalkings

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Stalking

Stalking beschreibt das einseitige Streben nach Kontakt (englisch:to stalk= anschleichen, anpirschen), was nicht selten in Aggressivität und Gewalt ausufert.

Der Begriff Stalking bezeichnet ein komplexes Täterverhalten, das dem des Mobbing teilweise entspricht, jedoch in einem anderen Kontext ausgeübt wird. Es geht hier vor allem um Belästigung, Überwachung, Verfolgung und sonstige Behelligung, die häufig - aber nicht immer - auf dem Begehren des Täters (»Stalkers«) beruht, das Opfer zu einer Beziehung mit ihm zu bewegen oder aber dieses zu schikanieren, weil es sich weigert, dem Ansinnen des Täters zu folgen.

Ein Motiv hierfür kann in Rachegelüsten des Täters für vermeintlich erlittene Kränkungen oder Rechtsverletzungen liegen.

Stalking muss als das gesehen werden, was es ist: ein höchst perfides Täterverhalten mit kriminellen Elementen. Es kann ein Menschenleben zerstören dadurch, dass das Opfer zu Tode kommt, oder dass es dauerhafte psychische Schäden erleidet.

Als Stalkinghandlungen kommen vielfältige Möglichkeiten in Betracht, die sich in vielen Fällen über Jahre hinziehen können, wie z.B.
• Verfolgung
• Telefonterror
• Cyberstalking - Einträge in Foren, Gästebüchern, E-Mail Terror
• Überwachung und Ausspähen des Opfer, sowie des Freundes- und Bekanntenkreises
• Sachbeschädigung, bis hin zu Gewalt dem Opfer gegenüber u.v.m.

Hierbei kommt das Cyberstalking durch die Verbreitung und Verfügbarkeit der neuen Medien, wie E-Mail und Internet, Community’s, Foren, sowie die vermeintliche Anonymität, immer mehr "in Mode".


Stalking hat nichts mit Liebe zu tun. Im Gegenteil!

Es geht dem Stalker einzig und allein um Aufmerksamkeit, Kontrolle und Macht.

Cyberstalking, der verdeckte Horror im Internet

Wenn wir hier von Stalking reden, handelt es sich um Cyber- oder auch Web-Stalking: Der digitale Psychoterror!
Cyber-Stalking ist die modernste Variante, einen geliebten oder verhassten Menschen zu verfolgen. Die Täter traktieren ihr Opfer mit zahllosen E-Mails, lästern öffentlich in Foren oder stellen peinliche, mitunter auch manipulierte Fotos ins Netz.
Die Attacken gehen bei Cyber-Stalking zu 60 Prozent von Ex-Partnern aus, die eine Trennung einfach nicht akzeptieren wollen. Dies sind die Ergebnisse der ersten deutschen Studie zu Stalking, für die Wissenschaftler der TU Darmstadt rund 500 Aussagen von Betroffenen auswerteten. Beim Weißen Ring, Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer, melden sich immer mehr Hilfesuchende. "Wir nehmen das Phänomen seit Ende der 90er Jahre verstärkt wahr", so der Vorstandsvorsitzende Dr. Wolf Weber. Sein Eindruck: "Das Problem verschärft sich, weil neue Kommunikationsmöglichkeiten dem Täter seine Attacken ungemein erleichtern."
In 35 bis 40 Prozent aller Fälle dienen heute die Möglichkeiten des Internet als Instrument, um das Opfer unter Druck zu setzen. Bei den derart Verfolgten handelt es sich zu 86 Prozent um Frauen.

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"Cyberstalking ist der verdeckte Horror im Internet", so Parry Aftab, Anwältin und Betreiberin der Website Wiredsafety.org gegenüber der US-amerikanischen Tageszeitung New York Times. "Cyberstalking kann viel einfacher durchgeführt werden als im echten Leben. Im Cyberspace kann ein Stalker sein Opfer belästigen, ohne sein komfortables Wohnzimmer zu verlassen", heißt es auf der Website.
Das Cyberstalking ist eine verschärfte Form des Stalkings: Hier werden Personen nicht mehr persönlich, sondern über die neuen Medien verfolgt, belästigt und terrorisiert.

Die Belästigung aus der virtuellen Welt nimmt immer mehr zu. Frustrierte Verehrer und besessene Psychopathen verstecken sich im anonymen Web und fühlen sich mächtig. Die Hemmschwelle, jemanden online zu bedrohen, ist vergleichsweise niedrig. Denn der Stalker sieht sich nicht direkt mit seinem Opfer konfrontiert. Das Internet bietet für solche Machenschaften die ideale Plattform, kann man hier doch weitestgehend anonym bei einem großen Publikum Missgunst erzeugen.

Realitätsverlust

Das Verhalten von Stalkern ist von einem massiven Realitätsverlust gekennzeichnet.

Sie empfinden weder ihre Wahrnehmung noch ihr Verhalten als problematisch, vielmehr stellt dies in ihren Augen eine gerechtfertigte Reaktion auf die vom Opfer verschuldeten Ursachen dar.

Das Opfer ist schuld an einer Kränkung, einer Provokation, wobei meist schon eine Kleinigkeit reicht. Deshalb ist Psychoterror in ihren Augen mehr als berechtigt. Stalker sind leicht kränkbar.

Sie wollen Liebe oder Rache, aber auf jeden Fall Aufmerksamkeit und das um jeden Preis, im Guten oder, wenn das nicht möglich ist, im Schlechten.

Stalker-Typen

Die bekannteste Typologie ist die der australischen Psychiater Prof. Paul E. Mullen, Michelle Pathé, Rosemary Purcell und Geoffrey W. Stewart, in der nach den Motiven, der Beziehung zwischen Opfer und Täter sowie der psychiatrischen Diagnose gefragt wurde. Die Forscher fanden fünf unterschiedliche Stalker-Typen:

The rejected Stalker (der zurückgewiesen Stalker)
Dieser Typ hatte eine mehr oder weniger enge Beziehung zu seinem Opfer (das kann z.B. auch eine Freundschaft unter Kollegen sein) und beginnt seine Verfolgung, nachdem die Beziehung zerbrochen ist. Motive sind in diesen Fällen Rache und /oder die Hoffnung auf Wiederherstellung der Beziehung. Mit dem Stalking hält der Täter die Beziehung zu seinem Opfer aufrecht, wenn auch im negativen Sinne. Gewalttätige Übergriffe und Drohungen sind in dieser Stalker-Gruppe überdurchschnittlich oft anzutreffen.

The intimacy Stalker (der intimitätssuchend Stalker)
Diese Gruppe von Stalkern hat den Wunsch eine Beziehung zu einer Person aufzubauen, die ihre Aufmerksamkeit erregt hat, oder von der sie glauben, sie sei ihnen bereits zugetan (liebe sie schon). Die angestrebte Beziehung muss nicht unbedingt sexueller Natur sein, es sind auch Eltern-Kind-gleiche oder Geschwister-gleiche Freundschaften möglich. Das Opfer wird stark idealisiert. Klare, vom Opfer ausgesprochene Zurückweisungen werden vollständig ignoriert und in ihrer Negation umgedreht und umgedeutet. Die Dauer der Verfolgung erstreckt sich häufig über einen sehr langen Zeitraum (Prominenten-Stalker). Oftmals sind hier Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen zu finden, die einsam und zurückgezogen leben.

The incompetent Suitor (der inkompetente Verehrer)
Den Typus des inkompetenten Verehrers kann man auch mit Möchte-gern-Freier beschreiben. Er zeigt eine geringe soziale Kompetenz, Selbstüberschätzung und wenig Einfühlungsvermögen für andere. Er ist unerfahren in der Anbahnung und Aufrechterhaltung von Beziehungen und ohne Selbstzweifel an der Berechtigung seines Tuns. In der Regel sucht er eher eine sexuelle Beziehung, die er mit Drohungen und Stalking-Verhalten erzwingen will. Er ist unfähig, Zurückweisung als solche zu verstehen. Wenn er mit seinem Verhalten nicht erfolgreich ist, löst er sich von seinem Opfer und sucht sich ein neues.

The resentful Stalker (der ärgergetriebene Stalker)
Diese Menschen sehen sich häufig selber als Opfer und entwickeln einen Groll gegenüber anderen Menschen oder Gruppen aufgrund einer persönlichen Auseinandersetzung, eines subjektiven empfundenen Unrechts (bevorzugte Opfer sind häufig in Berufsgruppen zu finden, die mit Menschen zu tun haben wie z.B. Rechtsanwälte, Richter, Ärzte oder Psychologen / Psychiater) oder eines inneren Konflikts, dessen Ursache weit zurückliegt und für den das Opfer stellvertretend als Projektionsfläche dient.
Diesen Menschen geht es darum, das Opfer in Angst und Schrecken zu versetzen und dadurch Leid zu verursachen.

The predatory Stalker (der Jagdstalker)
Die letzte von Mullen und Kollegen gefundene Gruppe ist immer männlich. Dieser Typ plant einen sexuellen Übergriff auf das Opfer. Er stalkt daher im Verborgenen, um unerkannt zu bleiben. Während des Stalkings erfährt er häufig ein lustvolles Gefühl der Macht und Kontrolle, teilweise auch mit voyeuristischer Befriedigung. Drohungen kommen in diesen Fällen relativ selten vor. Innerhalb der Stalker-Population ist dieser Typ eher selten.

Eine andere Typologie der englischen Kriminalpsychologen Dr. Lorraine Sherridan und Dr. Julian Boon, die für die englische Polizei entwickelt wurde, fand u.a. auch noch den Typ des Sadistischen Stalkers.

The sadistic Stalker (der sadistische Stalker)
Der sadistische Stalker sieht sein Opfer, das er meist nur flüchtig kennt, als Jagdobjekt. Ihm macht es Spaß, durch ein perfides Vorgehen, das oft im Verborgenen geschieht, Kontrolle über immer mehr Lebensbereiche des Opfers zu bekommen. Daraus bezieht er Lust und Motivation für sein weiteres Handeln.

 

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Was sind Stalker für Menschen?

Stalker sind Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl und häufig leiden sie unter Persönlichkeitsstörungen. Stalker fühlen sich von ihrem Opfer gedemütigt, bewerten dessen Verhalten falsch, sehen sich selbst als Opfer oder wollen über andere Macht ausüben.

Expartner versuchen über diesen Weg, ihren Partner zurück zu gewinnen oder zu bestrafen. Manche Stalker sind in das Opfer verliebt und versuchen es auf diesem Weg zu einer Partnerschaft zu bewegen. Andere wollen einfach nur testen, ob sie das Opfer für sich gewinnen können. Es gibt auch Stalker, die ihr Opfer bestrafen wollen, weil sie sich von ihm in irgendeiner Weise ungerecht behandelt fühlen oder sich nur stellvertetend an ihm wegen einer Ungerechtigkeit rächen wollen.

Stalker sind nicht zu verwechseln mit Menschen, die vorübergehend unter Liebeskummer leiden und ihren ehemaligen Partner noch eine Weile mit Telefonanrufen, Briefen, SMS oder Mails behelligen. Hierbei handelt es sich vielmehr um ein einseitiges Kontaktstreben. Der eine (Stalker) versucht die Aufmerksamkeit zu bekommen. Er möchte in irgendeiner Form eine Beziehung zu einem anderen Menschen (Opfer) erlangen und die andere Person will dies nicht, kann aber die Kontaktversuche nicht unterbinden.

 

Social Phishing und Web 2.0

Der Trend, sich in den verschiedensten Formen öffentlich im Web zu präsentieren, birgt das Risiko, dass diese Daten von Dritten gesammelt und missbraucht werden. Social Phishing, also das "Abfischen" von sozialen Daten, kann schlimmstenfalls zur Grundlage für Cyber-Stalking-Attacken werden.

Denkbar wäre, mit den gesammelten Daten eine falsche Identität des Opfers im Internet aufzubauen. So ließe sich aus den bekannten Fakten (Name, Adresse, Alter, Freundeskreis) und den veröffentlichten Bildern beispielsweise eine neue, vermeintlich persönliche Webseite des Opfers einrichten, die diese in ein neues, völlig falsches Licht rückt.

Social Phishing muss dabei auch in einem Kontext mit dem bekannten Phänomen des Daten-Phishings betrachtet werden. Beim normalen Phishing werden die Zielpersonen über gefälschte Mails und Webseiten dazu gebracht, ihre Zugangsdaten und Passworte preiszugeben. Hier werden beispielsweise Mails verschickt, die angeblich von der jeweiligen Hausbank (Sparkasse, Volksbank, Dresdner Bank) oder von Internetdiensten (Ebay, Amazon) stammen. Die in solchen Fällen von den Opfern preisgegebenen Daten können unter Umständen als Ergänzung der Daten und Fakten missbraucht werden, die von den Tätern im Rahmen des Social Phishings gesammelt wurden. Sprich: Wer es darauf anlegt, sammelt von seinen Opfern Informationen über dessen private Lebensumstände, seine Bilder, und seine persönlichen Zugangscodes.

Mit diesem Fundus an Daten ist dem Cyber-Stalking Tür und Tor geöffnet.